Brunner-Anstifter erhält eine Bewährungsstrafe.

München – Christoph T. hat ein umfangreiches Vorstrafenregister und trägt eine Mitschuld am Tod von Dominik Brunner. Nun stand er erneut vor Gericht und erhielt wieder eine Bewährungsstrafe.

Brunner-Anstifter kommt mit Bewährung davon

Seine Vorgeschichte ist düster: Christoph T. (23) hat indirekt eine Mitschuld am Tod von Dominik Brunner. Am 12. September 2009 hatte er seine Freunde Markus S. und Sebastian L. (siehe Text unten) in der S-Bahn zu Gewalttaten angestiftet, die kurz darauf am Bahnhof in Solln in einem tödlichen Vorfall endeten.

Der Anstifter Christoph T. wurde damals zu einem Jahr und sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Doch anscheinend hat er wenig daraus gelernt: Am 30. Juli 2013 verhielt er sich am Flaucher erneut wie ein Räuber. Dort feierte eine Hauptschulklasse mit ihrem Lehrer Andreas H. (34) ihren Abschluss. Christoph T. näherte sich der Gruppe und schnappte sich eine Packung Chips. Zehn Minuten später kam er mit zwei Komplizen zurück und griff sich einen Sixpack Energy-Drinks. Der Lehrer versuchte, ihm das Getränk zu entreißen. „Er hat sich vor mir aufgebaut und versucht, mich einzuschüchtern“, berichtete Andreas H. als Zeuge. „Ich mach die alle“, soll Christoph T. gedroht haben. Dann trat er dem Lehrer so heftig gegen das Knie, dass dieser stürzte. In der Zwischenzeit rief der 17-jährige Tobias mit seinem Handy die Polizei. Daraufhin schlug der Gewalttäter auch dem Schüler ins Gesicht, was zu einer blutenden Lippe führte. Seitdem sitzt Christoph T. in Haft.

Die Straftaten (Diebstahl, versuchter Raub, vorsätzliche Körperverletzung) beging Christoph T. während seiner offenen Bewährung. Zusammen mit Markus S. und Sebastian L. hatte er 2009 an der Donnersbergerbrücke auf Jugendliche eingeschlagen und versucht, sie zu berauben. Als er sich von seinen Freunden verabschiedete, feuerte er sie mit den Worten „Besorgt’s denen richtig!“ an. Kurz darauf stellte sich Dominik Brunner mutig den Tätern in den Weg und wurde brutal niedergeschlagen. Der Manager erlitt einen Herzinfarkt und starb.

Vor Gericht gestand Christoph T. am Mittwoch seine zweite Tat vollständig. Er reichte seinen Opfern die Hand und entschuldigte sich mehrfach. Jetzt wolle er sich bessern, keine Drogen mehr konsumieren und sich um seine zweijährige Tochter kümmern. Staatsanwalt Martin Engel war skeptisch und forderte zwei Jahre und zehn Monate Haft. Verteidiger Tom Heindl plädierte auf ein Jahr mit Bewährung. Das Urteil lautete: Zwei Jahre auf Bewährung! Besonders die frisch vereidigten Schöffen schienen vom Angeklagten beeindruckt zu sein. Richter Robert Grain bezeichnete die Taten als „widerlich“ und sagte: „Das war eine Grenzentscheidung.“
Ein Schläger wird bereits im Frühjahr entlassen

Der eine sitzt in der JVA Ebrach (300 Insassen, Oberfranken), der andere in Neuburg-Herrenwörth (200 Insassen, Oberbayern): Doch Dominik Brunners Totschläger stehen auch vier Jahre nach der Bluttat am Sollner S-Bahnhof in Kontakt! Markus S. und Sebastian L. schreiben sich regelmäßig Briefe.

Haupttäter S., der wegen Mordes aus Rache zu neun Jahren verurteilt wurde, muss noch mindestens ein Jahr absitzen. Mittäter L. hingegen kann auf eine baldige Freilassung hoffen. Im Mai sind zwei Drittel seiner Strafe (sieben Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge) abgelaufen.

„Sobald er seine Lehre zum Maler und Lackierer abgeschlossen hat, werden wir über seine Zukunft beraten“, erklärte sein Anwalt Jochen Ringler gegenüber der tz.

Eberhard Unfried
Quelle: TZ